Samstag, 9. Februar 2008

"Biogas" Werther - wirklich Bio?

Die "Bio"-Gasanlage Werther nutzt den Namen "Bio" als positives Image.

Allgemein wird darunter eine Anlage verstanden, die nachwachsende Rohstoffe wie z.B. Mais oder Raps vergärt und mit Hilfe des entstandenen Faulgases (klangvoller wird es "Biogas" genannt) eine Turbine zur Stromerzeugung antreibt. Solch eine Anlage läuft unter dem Begriff "NaWaRo"(Nachwachsende Rohstoffe).

In Rotenhagen handelt es sich aber um eine "Kofermenter-Anlage". Diese Anlage wird hauptsächlich mit organischen Industrieabfällen betrieben. Das sind hier Magen- und Darminhalte und Flotatfette aus Großschlachtereien, Molkereiprodukte, Süßwaren und Speisereste. Es geht also genau genommen um eine Abfallbehandlung in der Anlage und eine Abfallentsorgung auf den Feldern von Werther und Umgebung.

Demnächst sollen täglich um die 100 t davon aus allen möglichen EU-Ländern Europas nach Werther rollen und hier entsorgt werden!! Wie findet Ihr das?
Zur Zeit sind 40 t tgl. genehmigt, begonnen hat es mal mit 6 t tgl.

Ein Bürger, der nachgelesen hat

3 Kommentare:

Anonym hat gesagt…

Am Samstag, den 9.2.08 gegen 21 Uhr, stank es mal wieder fürchterlich im Umfeld der Kofermenter-Anlage in Rotenhagen. Entweder wurden um diese Zeit Magen- und Darminhalte und Flotate angeliefert oder das Überdruckventil der Anlage öffnete sich automatisch und entließ Methangas automatisch in die Atmosphäre. Wer weiß Genaueres?
Ehe in solchen Fällen die Polizei vor Ort sein kann, ist der Gestank weitgehend vom Winde verweht.

Anonym hat gesagt…

Hallo Norbert!
Methangas soll 23 oder 28 mal so giftig sein wie Kohlendioxyd und muss mit einer Fackel verbrannt werden, um das hochgiftige Methan nicht in die Luft abzugeben. Wie ich hörte, soll die Fackel dieser Anlage sich nicht automatisch entzünden, sondern manuell entzündet werden müssen. Da wäre es doch kein Wunder, wenn es kurzfristig gewaltig stinkt, und zwar bis der Überdruck abgeblasen ist. Erstaunlich, dass so etwas zulässig ist.
Gruß, Peter

Anonym hat gesagt…

Ich weiß nicht, wie man die Meinung vertreten kann: Die Stadt Werther weist ein Sonderbaugebiet für die Anlage aus und um die Genehmigung kümmert sich die Bezirksregierung. Meiner Meinung nach ist die Bezirksregierung schon jetzt weder Willens noch in der Lage die bestehende Anlage zu betreuen. Das diese Meinung nicht aus der Luft gegriffen ist, belegt z.B. folgender Sachverhalt: Als wir am 05.01.08 bis einschließlich 13.01.08 einer intensiven Geruchsbelästigung durch die Anlage ausgesetzt waren, versuchte ich am 09.01.08 den mir von Frau Weike genannten Ansprechpartner beim Kreis Gütersloh zu erreichen. Nach einigen Anrufen erhielt ich von Herrn Schroer die Antwort: Die Anlage der Biogas Werther GmbH&Co Kg ist weiterhin in der Verantwortung der Bezirksregierung verblieben, weil sie eine genehmigte Abfalllagerkapazität von über 100t hat. Nach 6Tagen und vielen Anrufen, immer mit dem Versuch mich zum Kreis zurückzuweisen, sprach ich am 14.01.08 mit Herrn Redecker Tel.0571808423 von der Bezirksregierung Detmold Außenstelle Minden. Herr Redecker sagte mir, dass er zwar zuständig sei, aber erst nach Akteneinsicht handeln könne. Akteneinsicht wäre aber im Moment nicht möglich, da die Akten sich seit Längerem auf dem Postweg befänden. Er werde mich selbstverständlich telefonisch oder schriftlich informieren. Das ist jetzt über einen Monat her und war das letzte, was ich von Herrn Redecker gehört habe. Das zu der Arbeitsweise der Bezirksregierung. Für Nachfragen stehe ich gern zur Verfügung. Andreas Linnenbrügger