Montag, 18. Februar 2008

Flugblatt-Aktion in Werther

Am Samstag, den 16.02.2008, informierten besorgte Bürger die Bevölkerung in Werther mit einer Flugblatt-Aktion über ihr Anliegen. Im Folgenden ist der Text des Flugblattes wiedergegeben.


„Bio“- Gasanlage in Werther
hier: Gewerbliche Entsorgung von organischen Industrieabfällen


Segen oder Fluch?
Gefährlich oder unbedenklich?

Wir wissen es nicht – aber wir wollen es wissen!

Deshalb fordern wir vor einer Erweiterungs-Genehmigung durch die
Verantwortlichen im Rathaus Werther
Antworten auf die Risiken bezüglich:

Gefährdung des Trinkwassers,
dauerhafte Schadstoffdeponierung in den Böden,
millionenschwere Sanierung der Böden

durch gründliche Beprobungen
von Gärsubstraten, Gärresten, Böden, Brunnen- und Drainagewasser!

Bisher einigten sich die Parteien aber nur auf einen Minimalkonsens:

eine Gärrest-Probe mit Wiederholung –
und auch nur dann, wenn die Betreiber zustimmen!


Die Presse-Berichterstattung zu diesem Thema ist aus unserer Sicht einseitig
zu Gunsten der Firma Bioenergie Werther GmbH & Co. KG.


Informationen aus der Sicht besorgter Bürger erfahren Sie im Internet unter

http://biogas-werther.blogspot.com/

oder einfach: „biogas werther“

Die nächste Sitzung des Planungsausschusses zu diesem Thema ist am Dienstag, den 19.02.2008, im Rathaus. Die Sitzung ist öffentlich. Gehen Sie einfach mal hin!


Weitere Auskünfte erteilen: Dr. Roland Eisele, Dipl. Chemiker, 05203-4388,
Siegfried Menzel 05203-6258, Andreas Linnenbrügger 05203-917696, Frank Lehmann 05203-882210

1 Kommentar:

Anonym hat gesagt…

Dieses Info-Blatt fand eine ausgesprochen positive Resonanz. Die Bürger, die kein Interesse zeigten, konnte man an einer Hand abzählen.
Ich hatte mich vor dem Getränkehändler Pottmeyer aufgestellt und schaffte es teilweise kaum, allen Leuten ein Blatt zu überreichen. In etwas ruhigen Phasen waren auch schon mal kurze Gespräche möglich.

Dabei war die häufigste Frage: „Warum lehnen die Betreiber der Anlage die Beprobung der Stoffe, die in der Anlage vergoren werden, eigentlich ab? Wenn alles so gut ist, wie immer gesagt wird, dann müsste doch allein schon aus Eigeninteresse einer Beprobung zugestimmt werden.“ Diese Frage kann ich nicht beantworten. Das muss der Betreiber schon selber tun.

Neben der Beprobung der Gärreste der eingebrachten organischen Industrieabfälle wollen wir natürlich auch wissen, ob sich durch ihren Düngeeinsatz Schadstoffe im Boden ablagern, gegebenenfalls welche es sind und welches Risiko sie für Boden, Pflanzen und Grundwasser bzw. Trinkwasser darstellen könnten.

Die Klärung eventueller Risiken müsste im Interesse aller liegen, also der Anlagenbetreiber, der Bürger, der Politiker und der Verwaltung. Dies ist kein lokales Thema allein für die Nachbarschaft. Schließlich werden nach Aussagen der Betreiber 800 bis 900 ha in und um Werther mit den Gärresten gedüngt und überall wird Trinkwasser gewonnen.
Nach Aussage von Herrn Dr. Barkowski vom „Institut für Umweltanalyse“ (IFUA) in Bielefeld sind die Gärreste kritischer in ihrer Schadstoffbelastung zu beurteilen als Klärschlämme von kleinen und mittleren Städten.

In der letzten Woche war in der Zeitung zu lesen, dass die Betreiber einer Beprobung ihrer Gärreste nur dann zustimmen wollen, wenn gleichzeitig Klärschlamm der Stadt Werther und Gülle aus der Schweinemast anderer Betriebe beprobt werden. Was haben Klärschlamm der Stadt und Gülle anderer Landwirte eigentlich mit der Erweiterung der Kofermenter-Anlage zu tun?

Wir sind gespannt, ob die Planungsausschusssitzung am 19.02.2008 endlich einen Durchbruch bringt. Wird ein wissenschaftlich tragbares Beprobungskonzept vorgelegt und beschlossen, oder kann man sich nur auf eine „Alibiprobung“ von ein oder zwei Proben einigen? Und werden die Anlagenbetreiber ihre Bedingungen dafür zurücknehmen?

Siegfried Menzel